Rotary Club Leverkusen-Opladen

Distrikt 1810

RYLA-Seminar des Distriktes 1810

Werte und Macht: Ethik in Wirtschaft und Gesellschaft

Zu dieser Thematik hatte unser Rotary Club Leverkusen-Opladen 61 hochmotivierte und interessierte Jugendliche aus dem Distrikt 1810 nach Rösrath-Forsbach eingeladen. Von Freitag, dem 11.05.2001 bis Sonntag, den 13.05.2001 fand im GENO-Hotel dieses mit hochkarätigen Referenten besetzte RYLA-Seminar des Distrikts statt.

 

Nach einer einführenden Begrüßung durch den incoming Präsidenten, Freund Jürgen Wenzelburger, und den Governor elect des Rotary-Districts 1810, Freund Artur Friedrich, führten einzelne Mitglieder unseres Clubs moderierend durch das thematisch prall gefüllte und sehr anspruchsvolle Programm. Den Reigen der Vorträge eröffnete Freund Ulrich Fritsche mit dem anspruchsvollen Thema „Menschenbild und Ethik - Die Frage nach der Interdependenz“. Anhand seiner Ausgangsthese, dass jede Aussage in bezug auf das Menschenbild interessegeleitet sei, zeigte er verschiedene Ethiktypen auf und führte schlussendlich hin zu einer zukunftsoffenen Verantwortungsethik christlicher Prägung.

 

 

Ulrich Fritsche bei seinem Vortrag

Das Auditorium

 

 

Die anschließende Kennenlernparty wurde als zusätzliche willkommene Gelegenheit genutzt, diesen schwierigen Einstieg in das Programm diskutierend zu verarbeiten. Schon hier fiel auf, dass die Auswahl der Jugendlichen durch die Clubs offensichtlich gut getroffen war: Diskussionsfreude und Mitarbeitswillen waren bei allen Teilnehmern erfreulich gut ausgeprägt.

Der Samstagvormittag begann mit einem Vortrag von Freund Peter Mallmann, RC Köln-Hahnentor, über „Ethische Fragen in der Fortpflanzungsmedizin“. Klar gegliedert und eindringlich informierte er über moderne Möglichkeiten auf seinem Fachgebiet. Die Diskussion machte den Schock der Zuhörer/innen über die vielfältigen Möglichkeiten technischer Manipulation an der eigenen Art deutlich. Hier wurde auch klar, wie konkret diesbezügliche Entscheidungen persönliche Konflikte auslösen können, die einer verantwortungsvollen ethischen Reflexion bedürfen. Freund Mallmann selbst bezog hier sehr klar seine eigene Position.

Herr Hilmar Kopper, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Bank AG, sprach über „Globalisierung - Für und Wider“. Aus der Sicht der Wirtschaft erklärte er die Entwicklung der Globalisierung und legte die Folgen dieser Erscheinung als Gefahren und Chancen dar. Aus seiner Überzeugung, dass die Globalisierung grundsätzlich den Wohlstand aller mehre, entwickelte er Handlungsempfehlungen für die Politik, deren Einflussnahme er als zu groß charakterisierte, wie auch den Einzelnen zur sinnvollen Nutzung. Auch hier mündete die Diskussion in Betonung der Wichtigkeit ethischer Verantwortung.

Der Vortrag des Samstagnachmittags zum Thema „Konfliktmanagement von Ökologie und Ökonomie in Theorie und industrieller Praxis“ wurde von Herrn Prof. Herwig Hulpke, Leiter Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltpolitik der Bayer AG, präsentiert. Er machte deutlich, dass Ökologie und Ökonomie stets in einem Konfliktverhältnis stehen. Er unterschied dabei Sachkonflikte, Interessenkonflikte und Überzeugungskonflikte, die er mit historischen Vergleichen illustrierte. Sein Lösungsvorschlag von Koexistenz-Konzepten setzt wieder ethisches Verantwortungsbewußtsein voraus.

 

Prof. Peter Mallmann

Klaus Schrewe bedankt sich im Namen aller Teilnehmer bei Hilmar Kopper.

Prof. Herwig Hulpke

Klaus Schrewe und Michael Hartmann

 

Den entspannenden Ausgleich bot eine Busfahrt nach Köln zu einem gemütlichen Abend in das Peters Brauhaus mit vielen langanhaltenden Gesprächen. Ein sehr gelobter Programmpunkt.

Am Sonntagmorgen vervollständigte Freund Michael Hartmann, RC Wuppertal, mit seinem Vortrag „Ethik im Journalismus - Ein Wert vor dem Verfall?“ die Thematik. Er zeigte auf, wie unterschiedlich einzelne journalistische Sparten ethische Aspekte bisher -wenn überhaupt- verwirklichen. Da auch er auf den ständigen Wandel von Werten hinwies, schloss sich der Themenkreis mit der Notwendigkeit, dass jeder Einzelne seine eigene Verantwortungsethik zu entwickeln und danach zu handeln habe, eine Aufgabe, die -wie die Abschlussbesprechung zeigte- von allen Seminarteilnehmern für sich selbst akzeptiert wurde.

Trotz herrlichstem Sonnenschein draußen waren alle jungen Teilnehmer/innen konzentriert bei der Sache und belohnten die Referenten neben begeistertem Applaus auch mit sehr engagierten und fundierten Diskussionen.

Die Teilnehmer wurden in einer abschließenden Feedback-Besprechung nach Ihrer Beurteilung und Themenvorschlägen für zukünftige RYLA-Seminare gefragt und gebeten, einen Bewertungsbogen auszufüllen.

Das Organisationsteam unseres Clubs kann hocherfreut feststellen, dass unsere Arbeit eine echte Höchstnote (1,27) erhielt. Auch das Rahmenprogramm wie auch der Gesamteindruck der Veranstaltung wurden hervorragend bewertet. Für Moderation und Diskussion wurde die Zeitvorgabe für zu kurz angesehen. Man hätte gerne die Themen auch in Workshops, die sich an die Beiträge angeschlossen hätten, noch vertieft; dies ist allerdings aus Zeitgründen häufig nicht möglich. Dennoch sollte man versuchen, beim nächsten RYLA-Seminar zumindest zu einem Thema einen Workshop stattfinden zu lassen, bei dem die gesamten Teilnehmer in vier Gruppen zu jeweils etwa fünfzehn Personen aufgeteilt werden. Diese Gruppen müssten dann von einem der betreuenden Rotarier moderiert werden. Es wurde in diesem Zusammenhang auch darum gebeten, darauf zu achten, dass eine solche Intensivdiskussion in Kreisform stattfindet.

Einige Teilnehmer wünschten sich eine Verlängerung der Veranstaltung. Sofern hierzu die Bereitschaft besteht, könnte die Veranstaltung durchaus auch bereits am Freitagvormittag beginnen.

Teilnehmer früherer RYLA-Seminare hoben lobend hervor, dass die Anregungen des letzten Seminars aufgenommen und hier verwirklicht wurden; so z. B. die Verteilung der Teilnehmerliste mit e-mail- und Telephonadresse. Es wurde angeregt, dass auch die Schüler ihre angestrebte Berufs- bzw. Studienrichtung angeben sollen. Eine sicherlich gute Anregung war, den Seminarinhalt und auch die Rückschau auf die Seminarthemen der vergangenen Jahre ins Internet in die RYLA-Seite zu stellen. Eine Anregung an den Distrikt. Wir folgen dieser Anregung zumindest insofern, als wir in unserer clubinternen Abteilung diesen Bericht vorliegen haben.

 

 

 

Die Teilnehmer Spaß im Brauhaus

 

 

 

 

Für folgende RYLA-Seminare wurden folgende Wunschthemen vorgeschlagen:

die politischen, ethischen und biologischen Aspekte der Gentechnik,

die gesellschaftspolitische Entwicklung Europas,

Forschungstheorie und Realisierung der Forschungsergebnisse,

Spiritualität, Religionen und ihre kulturellen Konflikte.

Das größte Interesse bestand an den Themen der Gentechnik, gefolgt von Europa und Religion.

 

Nicht nur die Seminarteilnehmer, sondern auch die Referenten und unsere Veranstalter fuhren am Sonntagmittag sehr begeistert von diesem Seminar und bereichert nach Hause. Die Mühen der beteiligten Freunde haben sich wirklich gelohnt.

S. Peters

ANHANG:

Hier noch einige Zitate aus den Anregungen und Verbesserungsvorschlägen des Seminarbeurteilungsbogens: