Lokales für: Leverkusen, Leichlingen
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erstellt am:  16.12.2006

Leichlingen

Leichlingens „Berufsbettler“

VON MONIKA KLEIN

Das Lager ist schon gut gefüllt: Jürgen Kiel, Gerd Winkelmolen, Inge Kalb und Waltraud Simon (v. l.) von der Leichlinger Tafel sind für die erste Lebensmittelausgabe in der nächsten Woche gewappnet.  RP-FOTO: RALPH MATZERATH
Das Lager ist schon gut gefüllt: Jürgen Kiel, Gerd Winkelmolen, Inge Kalb und Waltraud Simon (v. l.) von der Leichlinger Tafel sind für die erste Lebensmittelausgabe in der nächsten Woche gewappnet. RP-FOTO: RALPH MATZERATH

(RP) Ab nächste Woche gibt der Verein Leichlinger Tafel an der Hochstraße Lebensmittel an Bedürftige aus. Die Vorstandsmitglieder verstehen sich als neue „Berufsbettler“ der Blütenstadt – für die gute Sache.

Sechs Monate nach der Gründungsversammlung beginnt der Verein Leichlinger Tafel nächste Woche mit der Ausgabe von Lebensmitteln. Gestern wurde in den Räumen an der Hochstraße 33 Eröffnung gefeiert. In Eigenleistung haben Vereinsmitglieder renoviert. Eine dünne Wand trennt die Räume von einer leer stehenden Halle daneben. „Wir fangen erst einmal klein an“, erklärte Vorsitzender Jürgen Kiel. Wenn sich abzeichne, wie viele der 2000 Berechtigten in Leichlingen von der Lebensmittel-Ausgabe Gebrauch machen, könne man bei Bedarf erweitern. Jedenfalls für die nächsten drei Monate habe der Vermieter noch diese Option zugesagt.

Regale aus dem Gehrke-Haus

Ein kleines Büro hat man von Lager und Ausgabestelle abgetrennt und weitgehend mit gespendeten Dingen ausgestattet. Dazu gehören auch die gebrauchten Kühlschränke, die zunächst ausreichen müssen, bis eventuell ein Kühlraum eingerichtet werden kann. Die Regale an den Wänden ringsum hat die Tafel ebenfalls kostenlos bekommen. Sie standen einst in der Küche des aufgelösten Gehrke-Hauses und wären im Schrott gelandet, wenn Rotarier Dr. Siegwart Peters nicht umgehend reagiert und für eine Verlagerung gesorgt hätte. Auf diese Weise hat die Tafel richtig edles Inventar aus festem Edelstahl bekommen.

„Gutes Gelingen“ wünschte auch Bürgermeister Ernst Müller der Einrichtung. Er lobte das ehrenamtliche Engagement und die Unternehmen, die sich hier ihrer sozialen Verantwortung bewusst gezeigt hätten, was heute nicht mehr selbstverständlich sei. Wo immer es möglich sei, werde die Stadt die Aktivitäten unterstützen, versicherte er und übergab eine Spende der Kommune.

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Weiterer Geldsegen ist für die junge Tafel-Zweigstelle dringend nötig, denn noch fehlt ein eigenes Fahrzeug zum Transport der Waren, unterrichtete Vorsitzender Jürgen Kiel die Gratulanten am Eröffnungstag über den derzeitigen Stand. „Wir sind die neuen Berufsbettler von Leichlingen“, sagte er mit Seitenblick auf Waltraud Simon, die 2. Vorsitzende. Die Dringlichkeit eines Kühlfahrzeugs, damit die Kühlkette bei empfindlichen Waren nicht unterbrochen wird, unterstrich auch Dr. Adolf Staffe, Vorsitzender der Leverkusener Tafel. Vor genau sechs Jahren begann man dort mit der Ausgabe, die inzwischen täglich an verschiedenen Orten in der Stadt durchgeführt wird. Die Leverkusener bekommen jetzt ihr fünftes Neufahrzeug, die Daimler-Chrysler für eine Tafel-Niederlassung mit 25 000 Euro sponsert. Bisher bekommen sie Lebensmittel aus dem Leichlinger Aldi-Markt. Die würden sie jetzt aber an die Leichlinger Tafel abtreten, so Staffe.